Ein Betrag von Marc Posthaus
Fußball-Landesligist Cronenberger SC hat seinen kurzfristigen Abwärtstrend am Sonntagnachmittag eindrucksvoll beendet. Gegen das form- und spielstarke DV Solingen gewann der CSC mit 3:2 (2:2), obwohl er nach einem Doppelschlag der Gäste binnen vier Minuten (27. und 31.) schon mit 0:2 zurückgelegen hatte. Mit einer Energieleistung und überragender Moral drehte der CSC die Partie jedoch und jubelte nach Spielschluss ausgelassen.
Lukas Trier und Julian Kray sollten Recht behalten. Zu Beginn der zweiten Hälfte stellten die aktuell verletzten Spieler des CSC berechtigterweise fest, dass ihre Mannschaft bereits die obligatorischen zwei Gegentore kassiert hatte und es demnach im weiteren Verlauf ein guter Nachmittag aus Cronenberger Sicht werden würde. Stimmt! In Abwesenheit von Trainer Luciano Velardi ließen die Cronenberger in den zweiten 45 Minuten nur noch zwei Solinger Großchancen zu und verteidigten ansonsten fast alles souverän weg. Überhaupt konnte die zweite Hälfte in puncto Spektakel mit der ersten nicht mithalten, was den Gastgebern aber durchaus Recht gewesen sein dürfte. Vieles sprach für ein letztendlich wohl leistungsgerechtes 2:2, doch dann spielte Ramzi Ben Hamada acht Minuten vor Schluss einen wunderbaren Steckpass in den Lauf des starken Luca Lenz. Der scheiterte zwar am herauseilenden DV-Keeper Danylo Zenikov, doch Dominik Schäfer schaltete beim Abpraller am schnellsten und beförderte diesen ins Tor. 3:2!
Die Gäste aus der Klingenstadt wussten vor der Pause zu gefallen und unterstrichen, warum sie zuletzt einen Lauf hatten und neben drei Siegen beinahe auch den WSV aus dem Pokal gekegelt hätten. Vieles lief über die starke linke Seite, wo Emin Safikhanov und Doppeltorschütze Gabriel Binga Pemba mehrere Angriffe initiierten. Während Tarkan Türkmen im Bruderduell gegen Cronenbergs Hakan Türkmen blass blieb, beschäftigte der wendige Tuncay Altuntas mit Tricks und Tempo die CSC-Defensive. Die 2:0-Führung nach einer halben Stunde hatte sich dennoch nicht angedeutet, weil auch der CSC mutig nach vorne spielte und die 150 Zuschauer bestens unterhalten hatte. Das temporäre Trainerteam Dustin Hähner und Michele Velardi wollte Emotionen auf dem Platz bei ihren Spielern sehen – und die bekamen sie. Der CSC hatte sich vom Rückstand nicht schocken lassen, profitierte beim schnellen Anschlusstreffer aber auch von einem Missverständnis in der Solinger Defensive. Nutznießer war Luis Rosenecker, der überlegt einschob (34.).
Sechs Minuten später folgte dann der Auftritt von Torjäger Dominik Schäfer (nun schon neun Treffer). Nach einem langen Schlag von Prosper Malua-Kikangila nutzte der CSC-Angreifer gegen den früheren Cronenberger Blerton Muharremi seine Tempovorteile, schlug noch einen Haken und vollendete anschließend trocken aus 14 Metern. Wermutstropfen aus CSC-Sicht: Hakan Türkmen hatte sich nach einer Stunde eine schwere Verletzung an der Fingerkuppe zugezogen, nachdem ihm ein Gegenspieler unabsichtlich auf den Finger getreten war. Aus dem Krankenhaus meldete sich der 35-Jährige jedoch schnell und übermittelte: „Der Finger wird wieder. Hauptsache gewonnen!“
InfoStatistik
CSC: Peinecke, Makkaoui (46. Ödemis), Klein, Oberlies, Rosenecker (79. Noh) Ben Hamada, Baumgarten (46. Schmieta), Türkmen (54. Tusevo), Lenz, Malua-Kikangila (89. Korpilla), Schäfer
Und Dustin Hähner? Der war stolz aufs Team: „Ein großes Lob an jeden Einzelnen heute. Das war auch im Hinblick auf kommenden Freitag ganz wichtig“, blickte der 38-Jährige bereits auf das nächste bergische Derby beim Aufsteiger SSV Bergisch Born voraus

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