
Wuppertal · Beim hochverdienten 4:2-Erfolg gegen den VSF Amern spielt der CSC alle Treffer heraus und festigt Tabellenplatz sechs. Pechvogel Julian Kray muss an der Hand operiert werden und fällt womöglich länger aus als eigentlich geplant.
von Marc Posthaus
Die Fußballer des Cronenberger SC haben die richtige Antwort auf das am vergangenen Sonntag frustrierende 2:2 beim Tabellenletzten DJK Fortuna Dilkrath gegeben. Am Donnerstagnachmittag gewann Luciano Velardis Mannschaft gegen den VSF Amern an der Hauptstraße hochverdient mit 4:2 (2:1) und überzeugte nicht zum ersten Mal in dieser Saison mit erfrischendem Offensivfußball. Damit behauptete der CSC mit 14 Zählern Rang sechs und hat nun schon 20 Tore in acht Spielen erzielt.
Spiele mit Beteiligung des CSC haben in dieser Saison in aller Regel einen hohen Unterhaltungswert – das war auch am Tag der Deutschen Einheit so, den der Fußballverband Niederrhein als kompletten Spieltag auserkoren hatte. Immerhin 120 Zuschauer waren trotz kühler elf Grad auf den Horst-Neuhoff-Sportplatz gekommen. Die meisten von ihnen dürften nach Spielschluss zufrieden den Heimweg angetreten haben. Sämtliche Treffer hatte der CSC gegen die fußballerisch unterlegenen Gäste vom Niederrhein herausgespielt und mitunter beste Unterhaltung geboten. Weil Aufwand und Ertrag in den vergangenen Wochen (zuletzt nur ein Sieg aus fünf Spielen) aber in einem Missverhältnis zueinander standen, war der Auftritt gegen Amern richtungsweisend. Velardis Mannschaft meisterte die Aufgabe jedoch mit Bravour, dürfte mit Blick auf die Tabelle aber dem ein oder anderen unnötigen Punktverlust aus der jüngeren Vergangenheit dennoch nachtrauern.
Gegen Amern starteten die Cronenberger erneut druckvoll in die Partie und waren abermals insbesondere nach Umschaltsituationen brandgefährlich vor dem Gästegehäuse aufgetaucht. Das 1:0 von Prosper Malua-Kikangila auf Kopfballvorlage von Luis Rosenecker (15.) war zu diesem Zeitpunkt bereits überfällig, nach einer halben Stunde und weiteren guten Möglichkeiten, unter anderem für Malua-Kikangila oder Luca Lenz, hätte es auch 3:0 stehen können. Erneut hatte sich im Anschluss aber ein gewisser Schlendrian im CSC-Spiel eingeschlichen, der mit dem unerwarteten Ausgleich (42.) bestraft wurde. Dem Treffer für Amern vorausgegangen war eine falsche Einwurfentscheidung des Linienrichters, was die Sache aus CSC-Sicht doppelt bitter machte. Mit dem Pausenpfiff stellte der starke Lenz aus spitzem Winkel jedoch auf 2:1 – unter gütiger Mithilfe des Amerner Torhüters, der mit schlechtem Stellungsspiel seine Aktien am Treffer hatte.
Nach dem Seitenwechsel knüpfte die Velardi-Elf am starken fußballerischen Vortrag der ersten 30 Minuten an, während die Viererkette um die beiden zuverlässigen Innenverteidiger Dylan Oberlies (sah seine fünfte Gelbe Karte) und Sebastian Schmieta kaum etwas anbrennen ließ. Der abermals fleißige und offensivfreudige Ramzi Ben Hamada verpasste zunächst noch zwei Mal das 3:1 (60.), durfte sich drei Minuten später dann aber nach einem Konter über sein drittes Saisontor freuen. Auf der Gegenseite verhinderte Paul Caspar mit super Einsatz, dass es noch einmal spannend wurde (72.) Spätestens mit dem 4:1 von Joker Amos Tusevo (85.) war die Partie entschieden – auch wenn Amern noch das 2:4 (89.) erzielte und der CSC somit wie in allen bisherigen Saisonspielen (außer in Viersen) wieder zwei Gegentore kassiert hatte. Die waren an diesem Donnerstag aber glücklicherweise nur Nebensache.
CSC: Peinecke, Makkaoui (73. Noh), Schmieta, Oberlies (87. Korpilla), Caspar, Ödemis, Ben Hamada, Lenz (83. Tusevo), Türkmen (69. Schäfer), Rosenecker (78. Ueno), Malua-Kikangila
Am Freitag Abend darf sich der Landesligist auf einen stimmungsvollen Mannschaftsabend freuen, am Sonntag folgt dann das nächste Heimspiel gegen den VfB Hilden II (15 Uhr). Der mit Knieverletzung derzeit nicht einsatzbereite Julian Kray wird dann natürlich wieder zuschauen, muss sein Comeback aber womöglich weiter nach hinten verschieben, als eigentlich geplant. Der kuriose Grund: Bei seinem Sturz im August am ersten Spieltag in Mennrath, der auch zur Innenbandverletzung geführt hatte, hatte sich der 27-Jährige nach erster, nicht zutreffender Diagnose außerdem die linke Hand verstaucht. Weil Krays Schmerzen nicht besser wurden, folgte am Mittwoch ein MRT-Termin, bei dem ein Kahnbeinbruch diagnostiziert wurde. Der Stürmer wird in der kommenden Woche nun an der Hand operiert, was zu einer unfreiwilligen Verlängerung der Ausfallzeit führen könnte.
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